Anti-Aging mit Traubenkernöl, Hanföl, Schwarzkümmelöl & Co.

Pflanzenöle für eine glatte und intakte Haut – Anti-Aging mit dem passenden Ölkonzentrat ist Hautregeneration und Anti-Falten-Behandlung in einem.

Im besten Fall möchten wir beides erreichen: Eine sofortige und sichtbare Glättung der Haut und eine nachhaltige Stärkung der Hautbarriere. Legen wir den Fokus auf die Barriereschicht der Haut, so können wir langfristig unseren Hautzustand verbessern.

Eine intakte Hautbarriere kann deutlich besser Feuchtigkeit speichern, die Haut ist weniger trocken und verhornt. Die sichtbaren Folgen: Eine glattere und prallere Haut und eine Verbesserung der Elastizität.

Wir starten unsere Beitragsserie Anti-Aging mit drei interessanten Hautölen, dem Klassiker Traubenkernöl, dem Trendkosmetikum Hanföl, und einem wirkungsvollen aber recht unbekannten Außenseiter – dem Schwarzkümmelöl. Und: Was hat die Korneotherapie mit Anti-Aging zu tun und welche Möglichkeiten haben wir, um unsere Haut möglichst lange natürlich, frisch und gesund zu erhalten?

Anti-Aging oder besser Happy-Aging?

Kosmetische, medizinische, sportliche oder ernährungsphysiologische Anti-Aging-Maßnahmen sollen den naturgegebenen Prozess des Alterns aufhalten oder sogar zurückspulen. Die körperliche Konstitution soll verbessert oder verschönert werden. Von Fitness und guter Ernährung über die Anwendung von Substanzen, innerlich und äußerlich, bis hin zu operativen Eingriffen wird dem Alter getrotzt.

Vor allem die Kosmetik widmet sich dem Alterungsprozess. In erster Linie allerdings nicht mit dem Altern an sich, sondern mit den sichtbaren Folgen: Den Falten und der schlafferen Haut an Gesicht und Körper. In der medizinischen Anti-Aging-Kosmetik wird unter anderem invasiv mit Substanzen wie Botox gearbeitet, es wird eigenes Fett unter die Haut gespritzt oder abgesaugt. An der Spitze der Faltenfreiheit stehen operative Eingriffe, wie das Lifting.

Neben dem “Trend” der Faltenfreiheit werden zunehmend Begriffe wie “Best-Aging” oder “Happy-Aging” populär, die sinnbildlich für ein möglichst gesundes und attraktives Älterwerden stehen. Fakt ist: Der biologische Prozess der Hautalterung lässt sich nicht aufhalten, er lässt sich allemal etwas verlangsamen. Sei es durch eine gesunde und aktive Lebensweise, durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder das Reduzieren von intensiver Sonnenbestrahlung. Diese Maßnahmen können die Hautdurchblutung und -versorgung anregen, die Hautfeuchtigkeit erhöhen, die Hautalterung und eine verstärkte Verhornung der Haut verlangsamen.

Ist gegen das Altern (k)ein Kraut gewachsen?

Unsere Haut wird mit zunehmendem Lebensalter trockener und verliert an Spannkraft. Äußerlich aufgetragene Wirkstoffe können, anders als invasive Eingriffe, Falten zwar nicht entfernen, sie können den Hautzustand jedoch deutlich und nachhaltig verbessern. Mit geeigneten kosmetischen Fetten, Pflanzenölen, Feuchtigkeitsspendern und Wirkstoffkonzentraten kann praktisch jede Haut sichtbar frischer und strahlender erscheinen.

Glättende und straffende Soforteffekte sind möglich, mit den passenden Ölkonzentraten oder Ölmischungen (z.B. Schwarzkümmelöl, Hagebuttenöl u. Arganöl) und Konzentraten, wie Parakresse, Aloe Vera oder Hyaluron-Vlies-Masken und Gel-Modelagen.

Das Hautrelief, die Porengröße, erweiterte Äderchen, Hautrötungen oder eine unregelmäßige Pigmentierung lassen sich ebenfalls mit den geeigneten, kosmetischen Wirkstoffen positiv beeinflussen. Substanziell und natürlich auch optisch. Pflanzliche Extrake wie Echinacea und Mäusedorn haben nachweislich gute Effekte bei Couperose und ausgeprägten Hautrötungen.

Konzentrierte Pflanzenextrakte, wie Malve, Mäusedorn, Pfefferminz, Schlüsselblume und Schafgarbe können, in einer geeigneten Kombination und mit Liposomen kombiniert, präventiv bei verhornten Hyperpigmentierung wie Altersflecken helfen. Ähnliches gilt für Vitamin C-Liposome und Vitamin A-Präparate.

Auch eine Reduzierung der Faltentiefe ist möglich. Durch linolsäurehaltige Präparate, Vitaminkonzentrate, wie Vitamin A oder Vitamin C und kosmetische Anwendungen, wie bestimmte Peelingverfahren, kann die Verhornung der Haut deutlich reduziert werden. Falten erscheinen so flacher und weniger ausgeprägt. Optisch lassen sich diese Effekte durch lichtreflektierende Pigmente noch verstärken.

Eine professionelle Hautanalyse und die angepasste Auswahl der Wirkstoffe sind die Grundlage effektiver Anti-Aging-Kosmetik. Jede Haut hat andere Bedürfnisse und benötigt ein individuelles Hautpflegekonzept. An oberster Stelle einer gesunden und frischen Haut steht die Stärkung der Hautbarriere. Die Hautbarriere ist die oberste Schicht unserer Haut und gewissermaßen der Schutzschild, um den Körper und tiefere Hautschichten vor schädigenden äußeren Einflüssen zu schützen.

Anti-Aging durch Stärkung der Hautbarriere – Korneotherapie

Die Stärkung der hauteigenen Barriereschicht hängt unmittelbar mit einer gesunden und intakten Haut zusammen. Diese kann nicht nur Fett und Feuchtigkeit binden, sie verliert auch weniger Feuchtigkeit, d.h. die Wasserverdunstung (transepidermaler Wasserverlust) der Haut wird reguliert. Die Haut wird so in ihrer eigenen Funktion unterstützt.

Es gibt eine eigene kosmetische Richtung, die sich mit den Möglichkeiten beschäftigt, die Hautbarriere nachhaltig zu stärken – die Korneotherapie. Grundlage der Korneotherapie ist der Fokus auf die Hautbarriere. Es wird nur Hautpflege angewendet, die in der Lage ist, sich in die Hautbarriereschichten zu integrieren und diese fundamental zu stärken. Angewendet werden möglichst physiologische Produkte und Zusammensetzungen. Substanzen, die das Gleichgewicht und die Struktur der Hautbarriere stören und schädigen können, sind ausgeschlossen. So wie konventionelle Emulgatoren, Silikone, Mineralöle oder auch einige Konservierungsmittel oder Parfüm- und Farbstoffe. Statt Emulsionen werden sogenannte DMS-Cremes (Derma-Membran-Struktur) eingesetzt, die in ihrer Fettzusammensetzung und ihrer Struktur den Lipiddoppelschichten der Hautbarriere ähnlich sind. Auch die Anwendung geeigneter Pflanzenöle fällt in den Bereich der Korneotherapie.

Anti-Aging mit Pflanzenölen..

Welche Pflanzenöle eignen sich nun, die Haut sowohl straffer und glatter erscheinen zu lassen und diese strukturell aufzubauen und zu unterstützen? Klassische Basisöle wie Traubenkernöl werden seit langem in der Kosmetik verwendet, sowohl als Cremebestandteile als auch pur, als Ölkonzentrat. In den letzten Jahren hat das Hanföl, sowohl für die Pflege barrieregestörter Haut, als auch im Bereich Anti-Aging, an Bedeutung gewonnen. Das Schwarzkümmelöl ist weniger populär aber nicht weniger effektiv.

..und Hydrolaten

Eine Vorbehandlung mit einer Feuchtigkeitspflege sollte in jedem Fall erfolgen. Hier eigenen sich Phyto-Hydrolate wie Rosenwasser oder Immortellenhydrolat. Rosenwasser ist feuchtigkeitsspendend und glättend, duftet angenehm und zieht sehr schnell in die Haut ein. Immortellenhydrolat (Strohblumenwasser) eignet sich für unreine, reife Haut. Es wird auch als lindernd bei Couperose und Akne Tarda, als straffend und zellerneuernd beschrieben.

Alternativ bieten sich pflegende Moisturizer mit Schachtelhalmextrakt und D-Panthenol an. Schachtelhalmextrakt hat straffende Effekte durch seinen Anteil an Kieselsäure, Saponinen und Flavonoiden. Eine kosmetische Hautdiagnose sollte immer einer Behandlung vorausgehen, ganz einfach um den größtmöglichen Effekt zu erzielen.

Traubenkernöl – Der Klassiker

Traubenkernöl gehört neben Mandelöl zu den bekanntesten einheimische Ölen. Es hat eine angenehme, relativ leichte Textur, zieht gut in die Haut ein und ist allgemein sehr gut verträglich. Das kaltgepresste Öl wird aus den harten Kernen gewonnen, von denen eine recht große Menge zur Ölgewinnung benötigt wird. Natives Traubenkeröl ist gelblich-grünlich und riecht nussig-fruchtig.

Dem Traubenkernöl werden ausgeprägte antioxidative, also zellschützende Eigenschaften zugeschrieben. Das hängt mit dem hohen Vitamingehalt, wie Tocopherol (Vitamin E), und einem gewissen Anteil an Polyphenolen zusammen. Der hohe Gehalt an Linolsäure wirkt einer übermäßigen Verhornung entgegen und stärkt die Hautbarriere.

Traubenkernöl enthält Lecithin, das den Einbau des Öls in die Hautbarriere fördert und die Aufnahme weiterer Inhaltsstoffe unterstützt. Das Hautöl eignet sich aus diesem Grund sehr gut für die Kombination mit weiteren Pflanzenölen:

Mischungen mit Schwarzkümmelöl oder Hagebuttenöl sind sehr beliebt. Diese Kombination zieht gut in die Haut und wirkt leicht straffend.

Bei atrophischer, sehr trockener Haut kann eine Ölmischung aus Traubenkernöl und Avocadoöl eine effektive Hautpflege sein. Das Avocadoöl ergänzt das Traubenöl perfekt durch seinen hohen Ölsäureanteil. Auch geeignet als Massageöl und für Masken.

Eine Ölmischung mit stark glättenden Effekten ist die Kombination mit Arganöl oder Brokkolisamenöl.

Traubenkernöl hinterlässt ein geschmeidiges Gefühl auf der Haut und eignet sich besonders zur Pflege der reiferen, trockenen und zu Falten neigenden Haut.

Hanföl – Das Trendöl

Hanföl wird durch Kaltpressung der Pflanzensamen gewonnen. Die Samen verfügen im Gegensatz zu Cannabis über keine psychoaktive Wirkung. Das Pflanzenöl ist für die Hautpflege jedoch hochinteressant. Es enthält einen hohen Anteil an Phytosterolen und ungesättigten Fettsäuren. Ausschlaggebend ist vor allem die Zusammensetzung der Fettsäuren. Insbesondere im Verhältnis der Omega-6 und Omega-3-Fettsäuren sind sie denen unserer Haut sehr ähnlich. Die ebenfalls enthaltene Alpha-Linolensäure fördert die Regeneration der Haut. Hautaufbauende Phytosterole, wie das Sitosterin, reduzieren und regulieren den heuteigenen Wasserverlust. Hanföl gilt somit als besonders hautstärkend und reparierend und eignet sich insbesondere für die Pflege rissiger und gereizter Haut.

Samen und Blätter der Hanfpflanze
Hanföl wird aus der Samen der Hanfpflanze gewonnen. Photo: Pixabay

Hanföl hat entzündungshemmende Effekte und eignet sich auch zur unterstützenden Hautpflege von Barrierestörungen, wie der Neurodermitis.

Mischungen mit Arganöl sind sehr empfehlenswert, da Arganöl durch seinen hohen Ölsäuregehalt das Fettsäurespektrum und die Wirkweise des Öls sinnvoll ergänzt.

Weiter werden Mischungen mit Avocadoöl oder auch Marulaöl empfohlen. Beide Öle haben zusätzlich eine gewisse stabilisierende Wirkung auf das recht oxidationsempfindliche Hanföl, das mit seinen über 80% mehrfach ungesättigten Fettsäuren kühl und eher dunkel gelagert werden sollte.

Schwarzkümmelöl – Wirkungsvoller Außenseiter

Alle paar Monate wird ein anderes Pflanzenöl als das ultimative Öl für alle Lebenslagen gelobt. Pflanzenöle sind grundsätzlich gut geeignet für die Hautpflege und eine gesunde Ernährung. Das gilt insbesondere für Pflanzenöle mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Diese Öle ähneln sich in vielen Bereichen, sie unterscheiden sich jedoch in entscheidenden Details. Je nach Hauttyp und gewünschtem Effekt macht die richtige Auswahl des Öls den entscheidenden Unterschied aus. Schwarzkümmel ist so ein Öl, dessen Besonderheit im Detail liegt.

Die Besonderheit liegt im Wirkstoffgemisch: Ein hoher Linolsäureanteil und – vor allem – spezifische Fettbegleitstoffe. Der Anteil der Fettbegleitstoffe in diesem Öl ist sehr hoch. Es dominiert pflanzenspezifisches ätherisches Öl mit den Komponenten Nigellon (krampflösender Bitterstoff) und Vitamin E, Beta-Carotin und Phytosterole und Beta-Carotin und. Nicht in erster Linie der einzelne Inhaltsstoff, sondern ihr Zusammenspiel beeinflusst die Wirksamkeit des Öls. Außerdem stabilisiert das ätherische Öl das “Gesamtöl”, das sich unter den richtigen Lagerbedingungen in etwa ein Jahr hält.

Studien zufolge hat Schwarzkümmelöl, genaugenommen eine Substanz der ätherischen Komponente, muskelentkrampfende Eigenschaften. Diese Studien wurden nicht äußerlich und auch nicht am “lebenden Objekt”, sondern unter Laborbedingungen durchgeführt. Es ist durchaus möglich, dass sich diese Wirkung auf die Haut übertragen lässt, da sie sich mit beobachteten Anti-Falten-Effekten auf der Haut deckt. Diese sind den hautglättenden Effekten der Parakresse, hervorgerufen durch eine Mikromuskelentspannung, ähnlich. Kombinationen mit Liposomenkonzentraten können diesen Effekt noch verstärken.

Schwarzkümmelöl als Linolsäurelieferant

Die Fettsäurezusammensetzung und der hohe Linolsäureanteil (ca. 55% in kaltgepresstem Öl) haben ausgeprägte barrierestärkende und auch juckreizstillende Effekte. Die Linolsäure wird in das Ceramid 1 der Hautbarriere eingebaut, das einen hohen Anteil an der Intaktheit der Hautbarriere hat. Der Feuchtigkeitshaushalt der Haut wird so reguliert, die Haut wird elastischer und widerstandsfähiger.

Schwarzkümmelöl wird auch zur unterstützenden Hautpflege bei Psoriasis oder Neurodermitis empfohlen. Bei der Vitiligo, der sogenannten Weissfleckenkrankheit, hat Untersuchungen zur Folge das Schwarzkümmelöl zu ersten positiven Ergebnissen geführt (Link: pdf der Uniklinik-Freiburg/Phytomedizin) Die Anwendung erfolgte über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten.

Schwarzkümmel, die Pflanze
Schwarzkümmel – Photo: Gabriele Lässer, Pixabay

Schwarzkümmelöl wird auch als Wirkstoff- oder Hautfunktionsöl bezeichnet, aufgrund seiner ausgeprägten Effekte. Das Öl kann auf spezielle Hautareale pur aufgetragen werden.

Für die großflächigere Anwendung, zum Beispiel als Gesichtspflegeöl, empfiehlt sich eine Mischung mit einem ergänzenden Basisöl, da Schwarzkümmelöl einen recht intensiven Eigengeruch hat. Geeignet ist beispielsweise eine Mischung mit Traubenkernöl, aber auch mit Hanföl und Arganöl. Hanföl und Arganöl enthalten zusätzlich Gamma-Linolensäure und ergänzen das Öl so effektiv in seiner Funktionsweise.

Fortsetzung folgt…

Weitere Ansätze in der Anti-Aging-Kosmetik, interessante Ölmischungen und Anti-Falten-Wirkstoffe, wie Hyaluronsäure oder Parakresse (auch als pflanzliches Botox bezeichnet), stellen wir nach und nach in unseren nächsten Beitragswochen vor.

Ergänzende Links & Quellen

Eliane Zimmermann: Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe. Das Kursbuch zur Aromapraxis. 2. überarbeitete und ergänzte Auflage, Stuttgart: Sonntag Verlag, 2001
Hans Lautenschläger, dermaviduals.de: Korneotherapie und Anti-Aging.
Sigrun Chrubasik-Hausmann: Schwarzkümmel. Forschungsbereich Phytomedizin der Uniklinik Freiburg. 2018

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