Thalasso – Gesundheit aus dem Meer

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Thalasso ist mehr als Wellness. Thalasso nutzt, als ganzheitliche Therapie, die stärkenden Effekte des Meeres und bedeutet nichts anderes als: Gesundheit durch die Kraft des Meeres.

Die Kraft des Meeres: Thalasso ist die Nutzung von kaltem und warmem Meereswasser, der Meeresluft, der Sonne, der Algen und von Schlick und Sand. Der Begriff Thalassotherapie beschreibt eine medizinische Heilmethode, während die Thalassoanwendung für Präventionsprogramme, Wellness und kosmetische Anwendungen mit maritimen Wirkstoffen steht.

Thalassoanwendungen

Typische Thalassoanwendungen sind das Inhalieren salzhaltiger Luft in Brandungsnähe und Meerwasserbäder. Baden in salzhaltigem Meerwasser funktioniert auch in einem Pool oder einer Wanne. Viele Wellness- und Gesundheitseinrichtungen integrieren solche Salzbäder in ihre Thalasso-Anwendungen.

Die Ganzheitlichkeit von Sonne, Meeresluft und einem vitalisierendes Bewegungsprogramm, das geht natürlich nur in der Nähe der Brandung. Die Nähe zum Wasser, die Bewegungen auf Sand oder Schlick und das Einatmen salziger Aerosole sind entspannend für Körper, Geist und Seele. Die salzhaltige Seeluft ist allergenarm und bei Allergien oder Atemwegserkrankungen ideal. Ist dann ein Tag am Meer, mit Salzluft, Schlick an Füssen und Beinen und Salzwasser und Sand am Körper nicht auch Thalasso? Ja, zu 100 Prozent! Man kann dieses Erlebnis natürlich ausweiten, durch eine angewärmte Schlick-Körperpackung bei Entspannungsmusik, eine Algenmodellage mit kosmetischen Wirkstoffkonzentraten (Ampullen), oder durch ein Meersalzpeeling mit anschließender Ölmassage.

Anders als die echte Thalassotherapie, dürfen Thalassoanwendungen auch außerhalb der klimaaktiven Meereszone angeboten werden.
Hier fehlt zwar die maritime Umgebung, doch manchmal möchte man sich ein bisschen Meereserholung auch nach Hause holen. Als Erholung, auch für die Haut. Denn die “Schätze des Meeres” haben eine positive Wirkung auf die Hautgesundheit. Voraussetzung ist die hauttypbezogene Anwendung.

Thalasso-Kosmetik

In der Thalasso-Kosmetik kommen Meeresprodukte wie Meersalz, Schlick und Algen zum Einsatz. Diese werden sowohl für die Gesichtsbehandlung in Kosmetikinstituten, zur Körperbehandlung und für entspannende Spa-Anwendungen genutzt. Die Haut kann kann maritime Substanzen, auch aufgrund ihrer Mineralstoffzusammensetzung, gut aufnehmen und verwerten und das, in der Regel, ohne Nebenwirkungen. Kosmetische Indikationen sind zum Beispiel Akne, Cellulite und überverhornte und gereizte Haut.

Thalassoanwendungen in Küstenregionen werden oft mit regionalen Besonderheiten kombiniert. Beispiele sind die Rügener Heilkreide oder angewärmter Nordseeschlick. Besonders exklusiv und maritim ist ein sogenanntes Meeresschaumpeeling, wie es in einigen Thalassozentren angeboten wird.

Rügener Heilkreide

Auf Rügen sind ein Kreide-Meersalzpeeling oder Kreidepackungen für Gesicht und Körper Teil des örtlichen Thalassoangebotes. Die Kreide wird auch für Bäder oder als Cremezusatz verwendet. Die spezifische Mineralienzusammensetzung der Rügener Kreide soll die Regeneration barrieregestörter Haut unterstützen. Bei trockener Haut wird sie auch mit Öl, beispielsweise Sanddorn- oder Mandelöl, kombiniert. Behandlungen mit Rügener Kreide kommen, so wie auch Schlickanwendungen, auch in sogenannten Detoxbehandlungen (Entgiftung und Entschlackung der Haut) zum Einsatz.

Schlickmasken

Am nord- und ostfriesischen Wattenmeer sind Masken und Körperpackungen aus Schlick Teil der Thalasso-Anwendungen. Schlick gilt auch als “Heilerde des Wattenmeeres” und enthält Mineralien wie Kalzium, Kalium, Phosphor und Schwefel. Anwendungen auf Schlickbasis bieten sich insbesondere bei unreiner, entzündlicher und verhornter Haut an. Der Hautzustand kann sich im Zuge einer Schlickbehandlung deutlich verbessern. Schlick wird zunehmend auch in der Naturmedizin eingesetzt. Bei trockener Haut ist die Nachbehandlung mit Moisturizern oder Ölen sinnvoll.

In der medizinischen Thalassotherapie wird Schlick auch zur Therapie rheumatischer Erkrankungen eingesetzt. Schlickbäder erzeugen eine langsame und tiefgehende Erwärmung der Haut. Das kann die Durchblutung intensiv verbessern und den gesamten Stoffwechsel stimulieren.

Das Thalasso-Zentrum BadeWerk, am Wattenmeer in Ostfriesland, setzt auf die Kombination von eigenem Naturschlick und Meerwasser und den Einfluss der Gezeiten. 

Auch Öle, wie das Sanddornöl, gehören zur Thalasso-Kosmetik. Sanddornöl verfügt über glättende und regenerierende, also hautaufbauende, Eigenschaften. Es gibt übrigens zwei Arten des Sanddornöls, das Sandornfruchtfleischöl und das Sanddornkernöl. Beide lassen sich für Massagen und Salz-Ölbäder gut kombinieren. Je nach Hauttyp eignet sich Sanddornöl auch als Wirkstoffkur zur täglichen Hautpflege.

Auch Algenanwendungen sind fester Bestandteil von Thalassobehandlungen. Algen sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren. Sie können die Durchblutung fördern und werden zur Hautstraffung, zur Erhöhung der Hautfeuchtigkeit und Regenerierung eingesetzt. Algen kommen als Maskenpulver, als gelöste Wirkstoffkonzentrate, Algen-Massageöle, Algengel, Seifen, Bäder oder in Cremes verarbeitet zur Anwendung.

In der medizinischen Thalassotherapie werden Algen unter anderem zur Stressreduktion und in der Rheumabehandlung eingesetzt.

Meerwasser & Salz

Direkte Meerbäder sind die elementarste Form einer Thalassokur. In Thalassozentren in Meeresnähe wird meist frisches Meerwasser direkt in das Thalassobad gepumpt, mehrfach gefiltert und auf ca. 34 Grad erwärmt. Das warme Meerwasser entspannt die Muskulatur und wirkt sich positiv bei Gelenk- und Hauterkrankungen. In der kosmetischen Thalassoanwendung setzen wir Meersalz in Peelings, Masken oder als Gesichtswasserzusatz ein.

Meersalz als Bad, als Meersalzpeeling oder Meersalzpackung eignet sich insbesondere zur Pflege der verhornten, schuppigen und unreinen Haut. Überverhornungen der Haut werden gelöst, die Hauterneuerung wird unterstützt. Entzündete Hautareale heilen nach einer Meersalzbehandlung meist schneller. Meersalzbäder sind Teil medizinischer Kuranwendungen bei Hautbarrierestörungen, wie Neurodermitis oder Psoriasis.

Thalasso als Heilmethode

Die medizinische Thalassotherapie ist an Meeresnähe gebunden. Sie kann nur dort eingesetzt werden, wo sämtliche Thalasso-typischen Elemente wie Wind, Meereswasser, Algen Salz, Licht, Luft und Schlick vorhanden sind. Darüber hinaus gilt, dass bestimmte medizinische Fachkräfte und ein Badearzt die Therapie therapeutisch begleiten müssen. Nur unter diesen Voraussetzungen ist die Bezeichnung Thalassotherapie zugelassen.

Den Beginn der Thalasso-Therapie machte im 18. Jahrhundert der englische Arzt Richard Russel, der verschiedene Erkrankungen mit Algen und Meerwasser therapierte. Einige Jahre später entstand mit Heiligendamm an der Ostsee das erste sogenannte Seebad. In den letzten Jahren erlebt die Meerestherapie unter dem Begriff Thalasso eine wahre Renaissance, was nicht zuletzt mit der gestiegenen Nachfrage nach gesundheitsfördernden Angeboten (Medical Wellness) zusammenhängt.

Heute gibt es einen fließenden Übergang zwischen medizinisch ausgerichteten Instituten zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, Rheuma und chronischen Hautkrankheiten bis hin zu wellnessorientierten Angeboten für Erholungssuchende.

Der Verband deutscher Thalasso-Zentren schreibt folgende Kriterien für eine „echte“ Thalassotherapie vor:

Thalassotherapie – Kriterien

  • Die Einrichtung muss in unmittelbarer Meeresnähe sein (maximal 300 Meter vom Meer entfernt).
  • Sie muss mit frischem und unbehandeltem Meerwasser behandeln
  • Die Einrichtung muss über mindestens ein Meerwasserbecken und genug Behandlungskabinen verfügen, um jedem Gast täglich drei Einzelbehandlungen anbieten zu können
  • Es müssen mindestens ein Badearzt, Masseure, Therapeuten und Sportlehrer verfügbar sein
  • Hygiene und Sicherheit werden ständig kontrolliert
  • Es werden weitere gesundheitsfördernde Aktivitäten angeboten
    (Quelle: Wikipedia/Thalassotherapie)
Strandspaziergang an der Brandung als Thalassotherapie
Spaziergänge in der salzhaltigen Brandungszone belüften die Lunge und sind gut für den Kreislauf und das psychische Wohlbefinden

Thalasso-Kur

Die Thalassotherapie wird in der Regel als Thalasso-Kur angeboten. An Nord- und Ostsee gibt es zahlreiche Thalassozentren, aber auch Frankreich und Tunesien verfügen über hochspezialisiertes Thalasso-Angebote.
Das größte Thalasso-Zentrum in Deutschland befindet sich derzeit auf Norderney.

Eine klassische Thalasso-Kur dauert 7 Tage und besteht aus einem aktiven und einem passiven Teil. Aktiv findet Bewegung am Meer, vor allem in der aerosoloen Brandungszone statt und das direkte Baden im Meer.

Das salzhaltige Aerosol in Brandungsnähe wirkt als natürliches Inhalatorium auf die Atemwege. Es kann Sekret lockern und damit produktives Abhusten fördern. Die Dichte des Aerolsols hängt von Windstärke, -richtung und Wellengang ab. In der Brandungszone ist das Aerosol am stärksten. In nur zehn Meter Entfernung ist die Aerosolkonzentration nur noch halb so hoch; nach hundert Metern beträgt sie nur noch ein Zehntel. Strandspaziergänge am Brandungssaum belüften die Lunge am besten, besonders wenn dabei langsam und tief geatmet wird.

Der passive Teil beschreibt die Anwendungen in Form von Packungen, Körperwickel , Massagen und Wasseranwendungen, wie Wassermassagen und -duschen. Bekannt ist vor allem die sogenannte Vichy-Dusche. Auch die Heliotherapie, die eine Bestrahlung mit natürlichem Sonnenlicht beschreibt, gehört idealerweise zu einem Thalasso-Programm. Ernährungsangebote auf der Basis von Algen, frischem Meeresfisch gehören in ein ganzheitlichen Thalassotherapie.

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