Schön sein, schön bleiben – natürlich & selbstgemischt

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Kosmetik selbst herstellen und anwenden war in der Nachkriegszeit gang und gäbe. Meine Großmutter hatte sich vor dem Krieg, gemeinsam mit ihrer Schwester, zur Kosmetikerin in Wien ausbilden lassen. Ein blöder Zeitpunkt, wie sie selbst mal erzählte. In diesen Zeiten schön zu sein und schön zu bleiben, ebenfalls. Aus dem großen Repertoire ihrer Hausrezepte habe ich für Dich einige herausgesucht, die ich Dir gerne vorstellen mag.

Zeig’ mir Hals und Hände – ich sag’ Dir wie alt du bist

Dieser Wahlspruch kommt auch von der Trudl, meiner Oma. Sie war zeitlebens eine sehr schöne Frau. Als Enkelin bestaunte ich sie gerne, wenn sie sich pflegte. 

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Wiederholend erzählte sie mir, dass selbst bei gelifteten Frauen gewisse Hautpartien zeigen, wie alt sie wirklich sind.

Denn der Hals und der Handrücken verraten Dir viel über das Alter Deines Gegenübers.

Foto: “Trudl” von Marion Rotter

Sonnenschutz tragen – leider out?

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Bild: Pixabay – Standard Ausrüstung im Sommer. Hut und Sonnenbrille schützen deine empfindliche Gesichtshaut

Wer meiner Großmama im Sommer begegnete, erinnert sich wohl noch heute amüsiert an ihre großzügigen Sonnenhüte, ihre libellen förmige Sonnenbrille, die das halbe Gesicht einnahm und ihre kalbsledernen Sommerhandschuhe, in allen Farben, passend zum jeweiligen Outfit.
Man könnte sagen, ihr Stil war mondän. 

Sonne genießen in Maßen

Sonne war immer ein Thema. Zu viel Sonne ist auch heute noch keine gute Idee. Da es aber in den 50ern kaum bis keine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor gab, trug man eben leichte Stoffe, und versuchte die Haut vor zu viel Sonne zu schützen. Gerade am Hals und den Händen ist die Haut sehr dünn und neigt zu Sonnenschäden. 

Die wirst du, Mitte 20, noch nicht entdeckt haben. Aber vertraue mir. Irgendwann rächen sich ausgedehnte Sonnenbäder! Du entdeckst Pigmentflecken auf dem Handrücken oder am Dekoltee. Selten sehen die schön aus. 

Wenn sich die Pigmente einmal so verfärben, bekommst du diese Makel kaum dauerhaft weg. Jedenfalls nicht auf natürlichem Weg.

Während meinen Urlauben in Italien mit der Omama, galt also Sonnenbaden mit Verstand.

Richtig Sonnen – nachhaltige Bräune

Sonne und Schatten - richtig bräunen im Schatten
Bild: Pixabay – Achtung. Auch im Schatten gibt es Sonne. Du solltest dich auch im Schatten vor der Sonne schützen.

Beginne immer erst im Schatten. Hut und Sonnenbrille. Die Unterschenkel dürfen zuerst in die direkte Sonne. Vormittags knappe 20 Minuten. Nachmittags beim Spaziergang am Meer nochmals maximal 20 Minuten.

Zwischen 11 und 15 Uhr solltest Du dich überhaupt zurückziehen. 

Von Tag zu Tag hält man mehr Körper in die direkte Sonneneinstrahlung. Unterschenkel, Oberschenkel,  Arme, Rücken und  Bauch. Bis zum Dekoltee.

Das Gesicht wird auch im Schatten braun. Ich halte selten mein Gesicht absichtlich in das Sonnenlicht.

Du wirst bemerken, dass die so gewonnene Bräune auch viel länger anhält.

Natürlicher Sonnenschutz in Pflegeölen Faktor 2-3

Wenn Du gedacht hast, jetzt findest Du  hier bei mir endlich ein Naturöl mit 50er Lichtschutzfaktor, dann muss ich Dich enttäuschen. Naturöle wie Jojoba, Sesamöl, Sheabutter, Olivenöl, Kokosöl Avocadoöl oder Karotten Mazerat/Karottenöl haben einen ganz minimalen Lichtschutzfaktor. 

Dafür wirken sie als Apres Soleil doppelt so gut. Eine Mixtur aus Jojoba mit etwas Arnika und Aloe Vera beruhigen die Haut NACH dem Sonnenbad.

Sonnenschutz von innen

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Bild: Pixabay – Sonnenschutz von innen. Gute Ernährung und eine extra Portion Beta Carotin helfen Deiner Haut beim Bräunen.

Vor jedem Capri Aufenthalt gab es bei uns viel Gemüse. Karottensalat und Tomaten. Dabei reichen ca. fünf Karotten täglich, die du z.B. als Smoothie verarbeiten könntest. Mit etwas Apfel dazu, ist das eine leckere Vorsorge für Deinen Sonnen-Urlaub. Dabei sind das nur ca. 3 mg Beta Carotin, dass du ganz natürlich aufnimmst. Keine Sorge, Du wirst nicht Orange! Erst bei ca. 30 mg Beta Carotin / Tag könnte sich dein Teint verfärben. 

Wenn du also auf künstlichen Sonnenschutz verzichten willst, dann bleibt nur eins: Vorbeugende Ernährung, schöne breite Strohhüte, weite Hosen, Baumwolle Seide und Leinen und maximal 40 Minuten/ Strandaufenthalt in der direkten Sonne.

Sollte es Dich dennoch bös erwischt haben findest Du hier mein Rezept für eine Quarkmaske, die Deine Haut wieder ein wenig beruhigt.

Quarkmaske nicht nur für Sonnenbrand

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Bild: Collage Canvas Pro

Zudem ist die Quarkmaske auch ein toller Straffer. Ca. eine Stunde vor dem Ausgehen großzügig auf Gesicht Hals und Dekolletee aufgetragen, verleiht sie Deiner Haut ein schönes glattes und mattes Aussehen für einen ganzen langen Abend.

  • 250 g Quark mit 40% Fettanteil
  • 2 EL Honig
  • Saft einer halben Zitrone 
  • Bei Sonnenbrand ätherisches Arnika oder Aloe Vera Öl
  • Kleenex Tücher
  • Baumwoll Mullbinde für den Hals

Alles gut zusammen mixen. Dann nochmal ca 20 Minuten in den Kühlschrank geben.

Aus einem Kleenex bastelst Du Dir eine Stoffmaske. Schneide dafür Löcher für Augen, Nase und Mund aus. 

Haare zurückstecken.

Die Quarkmaske streichst Du nun auf Stirn, Wangen und Kinn.

Sonnenbrand auf der Nase? Dann auch auf die Nase, damit sich die schöne Bräune sich nicht schält.

Nun legst Du das ausgeschnittene Kleenex passend auf und drückst es sanft an. 

Danach den Hals ebenfalls bestreichen und eine Mullbinde ganz locker (!) um Deinen Hals wickeln und das Ende leicht einschlagen. Das Dekolleté ebenfalls mit der Paste bestreichen und mit Kleenex Tüchern ein wenig bedecken. 

Bei Masken – RUHE und Entspannen!

Nun hast Du Zeit Dich im Morgenmantel auf Dein Sofa zu legen und 20 Minuten deine Lieblingsmusik zu hören, oder auch einen meiner Podcasts, um Dir die Langeweile zu vertreiben.

Bitte telefoniere nicht und lese nicht. Nur wenn Du entspannst, wirkt die Maske optimal. Lesen verursacht, dass Du den Hals wieder beugst – somit ist der Effekt weg. Wir wollen ja einen zarten Schwanenhals bekommen. Also gib eine Ruh, leg Dich hin 🙂

Nach 20 Minuten nimmst du die Quarkmaske wieder ab, entwickelst Deinen Hals und wirst staunen wie schön straff dieser ist. Das ist der Trick meiner Oma. Ein glattes Gesicht ist das eine – aber der Hals?! 

Mit etwas lauwarmen Wasser und einem Waschlappen sollten die Reste schnell beseitigt sein. Bitte nicht rubbeln. Gerade der Hals ist wie die Haut um die Augen. Sie vertragen kein heftiges reiben.

Hände regelmäßig pflegen

Auch Hände sagen viel darüber aus, wie es um Dich steht. Nicht nur gepflegte Nägel oder Kunstnägel verschönern die Hand. Eine zarte Haut, gleichmäßiger Hautton und möglichst wenig Falten um die Gelenke der Finger. Ganz zu schweigen von den unschönen Pigmentflecken. Hier ist tägliche Pflege angesagt!

Hände pflegen, so geht es

Aktuell freut sich Deine Haut an den Händen weniger über die vielen Desinfektionssprays, die wir leider wegen dem Virus oft verwenden müssen. Ein kleiner Tiegel mit Sheabutter/ Jojoba Öl Handcreme gehört in jede Handtasche. Creme Deine Hände tagsüber öfters ein. Du brauchst nicht viel. Nur einen Finger voll pro Hand. Massiere sanft Deinen Handrücken damit ein, jeden einzelnen Finger und vergiss auch Deine Nagelbetten der Nägel nicht. 

Selbstgemachte Handcreme zieht nicht so schnell ein, dafür enthält sie keine künstlichen Aufheller und keine Chemie.

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Bild: Collage Canvas Pro

Anti Aging Handcreme/ Handmaske

  • 40 g Sheabutter oder Kakaobutter
  • 20 g Bienenwachs 
  • 15 ml Jojoba Öl, oder Kokos, oder Avocado
  • 3 ml Rosenöl
  • 3-4 Tröpfchen ätherisches Öl, nach Geschmack. (Lavendel, Zitrone o.ä.)
  • saubere Tiegelchen a 40 ml
  • ein kleiner Trichter
  • ein kleiner Topf
  • dünne Baumwollhandschuhe (Apotheke, Reformhaus)

Zerlasse das Bienenwachs in einem Topf. Vom Herd nehmen und das Öl hinzufügen. Nun die Sheabutter einrühren, bis alles eine breiig, flüssige Konsistenz  hat. Zum Schluss gibst Du noch das Rosenöl und Deinen Lieblings-Duft in Form von ätherischem Öl hinein. Solange das flüssig ist, lässt es sich auch prima in die Tiegelchen einfüllen. Abschließend gibst Du sie in den Kühlschrank, da wo Du auch die Eier in der Türe aufbewahrst. Hier wird sie ausreichend gekühlt und ist auch nicht zu hart.

Maske mit der Handcreme über Nacht

Abends gibt es zunächst einmal ein Peeling. Hierfür wäre Meersalz, vermischt mit etwas Seife und Wasser ideal. Nutze diesen Mischmasch auf der Hand, als wenn Du Dir normalerweise die Hände waschen würdest. So wirst Du zunächst die abgestorbenen Hautschuppen los. 

Über Nacht cremst Du Deine Hände mit der Creme ausgiebig ein und nehme die Baumwollhandschuhe. Die ziehst Du über und schläfst Dich schön. Am nächsten Morgen sollten Deine Hände herrlich weich sein und um einiges jünger aussehen. 

Regelmäßig (1 mal/ Woche) angewendet, behältst Du das jugendliche Aussehen Deiner Hände länger.

Eines ist klar in der Naturkosmetik: 

“Schönheit erhalten geht immer, verjüngen geht nimmer.” 

Darum der Tipp an Dich von der Trudl:  Schön sein – schön bleiben regelmäßige Pflege macht’s möglich.

Über die Autorin:

Marion Rotter (53) arbeitet selbstständig im Marketing und betreut nebenbei mit befreundeten Redakteuren ein Online Blogazin mit schönen Lifestyle Themen. Sie reist sehr gerne und schreibt am liebsten über ihre Abenteuer von A wie Austria bis Z wie Zanzibar. 

Titelbild: Collage Canvas Pro

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2 Kommentare

  1. An den Händen habe ich tatsächlich oft “alte Haut”, die aussieht, als wäre ich schon 70. Und dann sieht sie wieder aus, als wäre ich erst MItte 20. Ganz seltsam. Ich sollte deine Handpflege unbedingt ausprbieren! Das Rezept scheint ja zumindest einfach zu sein. Und Bienenwachs kann ich von einer FReundin bekommen, sie hat BIenen im Garten. 🙂

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