Korneotherapie – Hautpflege zwischen Kosmetik und Medizin

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Die Korneotherapie verbindet die Dermatologie mit der Kosmetik. Vor allem Hautbarriestörungen, wie trockene, gerötete und schuppige Haut verbessern sich unter der Korneotherapie. Und auch bei vorzeitiger Faltenbildung und unreiner Haut überzeugen die Ergebnisse. Was genau ist die Korneotherapie und wie muss eine korneotherapeutische Hautpflege aussehen? Alles hierzu in diesem Beitrag.

Kosmetik mit nachhaltiger Wirkung

Die Korneotherapie ist ein Spezialbereich der Kosmetik. In der professionellen Hautpflege hat sie vor allem in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Masken, Peelingbehandlungen und Gesichtsmassagen werden mit speziellen Produkten durchgeführt – sogenannten Korneotherapeutika.

Das gilt auch für die Wirkstoffbehandlung (Ampullen) durch die Kosmetikerin. Wirkstoffkonzentrate werden mit oder ohne Ultraschall in die Barriereschichten der Haut eingeschleust. Hier spielen vor allem Liposome eine besondere Rolle.

Korneotherapeutika sind zunächst einmal Cremegrundlagen (DMS-Cremes), Lotionen, Öle und Konzentrate. Diese sind in der Lage, die Hautbarriere zu schützen, sie aufzubauen und zu stärken. Ihre Zusammensetzung orientiert sich an der Beschaffenheit der Lipiddoppelschichten der Haut.

In der Korneotherapie werden genau die Substanzen, die die Haut braucht, in die Hautbarriere “eingebaut”. Hierfür sind zwei Faktoren wichtig: Die richtigen Inhaltsstoffe – und eine gute Hautanalyse. Denn: Nur wenn bekannt ist, was der Haut fehlt, können auch die passenden Wirkstoffe eingesetzt werden.

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Gesunde Haut und der Zustand der Hautbarriere hängen unmittelbar zusammen.

Ausgangspunkt der Korneotherapie

Physiologische Inhaltsstoffe als Lösung?

Die Hautpflege muss physiologisch, also “hautähnlich” sein. Bei den Cremes haben sich DMS-Cremes (DMS = Derma Membran Struktur) bewährt. Sie ähneln chemisch und physikalisch der Membran-Struktur der natürlichen Hautbarriere. DMS-Cremes enthalten Triglyceride (aus der Kokosnuss, Oliven und der Sheabutter), Phytosterine (aus der Sheabutter), Feuchtigkeitsstoffe, Phosphatidylcholin (aus Soja-Lecithin), Squalan (aus der Olive) und Ceramide (aus der Hefe).
Mehr zu DMS-Cremes hier: dermaviduals – Regeneration der Hautbarriere

Gleichzeitig sind Korneotherapeutika frei von Stoffen, die das Gleichgewicht der Haut stören und diese schädigen können. Zu solchen Stoffen gehören bestimmte Emulgatoren, Mineralöle, Silikone, Farbstoffe und Parfümstoffe.

Die Gründe: Die Haut trocknet unter einem Mineralöl- und Silikonfilm langsam aus, vor allem dann, wenn diese regelmäßig aufgetragen werden. Viele Emulgatoren bringen nicht nur Fette und Feuchtigkeit in die Haut, sie waschen diese auch aus der Haut heraus. Auch hier wird die Hautbarriere gestört, eine trockene Haut und Hautprobleme entstehen. Und auch Farbstoffe und Parfümstoffe eignen sich nicht für Problemhaut, sie lösen nicht selten Unverträglichkeiten und Allergien aus.

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Mineralöle, Silikone oder Parfümstoffe gehören nicht in eine korneotherapeutische Hautpflege.

Im Vergleich zu den meisten dermatologischen Therapien ist die Korneotherapie nebenwirkungsfrei.

Ziel der Korneotherapie – die Stärkung der Hautbarriere

Den Begriff “Korneotherapie” hat vor allem der Dermatologe Prof. A.M. Kligman geprägt. Professor Kligman hat schon in den 1990er Jahren nachgewiesen, dass allein durch die Anwendung von feuchtigkeitsbindenden Stoffen, die Hautbarriere deutlich gestärkt werden kann. Verwendet wurden ausschließlich kosmetische Moisturizer, wie Harnstoff oder Glycerin.

Ob die Hautbarriere in einem guten Zustand ist, lässt sich messen. Der Feuchtigkeits- und Fettgehalt und die Verhornung (Schuppung) sind bekannte Faktoren. Der wichtigste Wert ist allerdings der hauteigene Wasserverlust (TEWL). An ihm lässt sich die Hautfunktion am genauesten ablesen.

Heute zeigen uns Erfahrungswerte, dass die Korneotherapie auch vorzeitiger Hautalterung vorbeugt. Sie eignet sich ideal zur kosmetischen Anti-Aging-Behandlung. Und das vollkommen invasiv-frei.

Korneotherapeutika – Spezialisierte Hersteller mit eigenem Forschungsbereich

Korneotherapeutika beschreiben keine bestimmte Marke, entscheidend ist nur die Zusammensetzung der Produkte. Es gibt allerdings Hersteller, die sich auf die Entwicklung dieser besonderen Hautpflege spezialisiert haben. Solche Produkte haben den Vorteil, dass ihre Anwendung genau beschrieben ist.

Führend in der Korneotherapie ist das Unternehmen KOKO GmbH & Co. KG, mit der Marke dermaviduals®. Hier gibt es einen eigenen Forschungsbereich, nationale und internationale Arbeitsgruppen und Weiterbildungsprogramme für Therapeuten. Die spezialisierten Institute werden mit Anwendungshinweisen und Behandlungsleitfäden unterstützt.

Die Institute sind Kosmetikinstitute, auf Hautpflege spezialisierte Apotheken oder dermatologische Praxen.

Video: Beispiel einer Pflegebehandlung mit dermaviduals® bei einer zu Neurodermitis neigenden Haut.

Auch wir haben uns auf die Korneotherapie spezialisiert und bieten diese im virtuellen Kosmetikstudio an. Hautanalyse und Beratung finden dort online statt.

Von Cosmeceuticals bis Pflanzenöl

Auch viele Pflanzenöle (fette Pflanzenöle wie Avocacoöl oder Nachtkerzenöl) sind bei gezielter Anwendung Korneotherapeutika. Das Gleiche gilt für bestimmte Cosmeceuticals. Beispiele sind die Hyaluronsäure, Vitamin A-Nanopartikel oder Liposomenkonzentrate.

Vor allem Liposomen und Nanopartikel werden häufig in der Korneotherapie eingesetzt. Sie fördern einerseits das Einziehen von Wirkstoffen in die Hautbarriere, andererseits stärken sie schon durch ihre eigene Zusammensetzung (sie liefern Linolsäure!) die Haut.

Nanopartikel werden oft mit fettlöslichen Wirkstoffen (Vitamin E oder Vitamin A) kombiniert und Liposomen mit wässrigen Extrakten, wie der Parakresse oder dem NMF-Komplex.

Der Natural Moisturizing Factor (NMF) enthält Aminosäuren, Milchsäure und Urea. Er versorgt die Haut intensiv mit Feuchtigkeit, hält diese in der Haut und glättet. Er kommt natürlich in der Hautbarriere vor, kann aber auch als Wirkstoffkonzentrat, im Rahmen der Korneotherapie, aufgetragen werden.

Eignet sich die Korneotherapie nur für Problemhaut und im Anti-Aging-Bereich? Nein – die Ergebnisse dieser Hautpflege sind aber intensiver, als bei herkömmlicher Kosmetik. Die hauteigenen Funktionen werden unterstützt. Eine solche Hautpflege eignet sich für jede Haut und praktisch jeden Anwendungsbereich.

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Fachbuch Korneotherapie

Dr. Hans Lautenschläger: Korneotherapie – Bindeglied zwischen Dermatologie und Kosmetik
ISBN 978-3-7692-7893-4
1. Auflage 2022
Copyright © 2022 Deutscher Apotheker Verlag
Birkenwaldstraße 44, 70191 Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten
Printed in Germany
ISBN 978-3-7692-7893-4

Medien im Beitrag

Titelbild: spabielenda auf Pixabay
Video: dermaviduals®
Collagen: Canva Pro

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3 Kommentare

    1. Lieber Hans Dampf. Herzlichen Dank für deinen wertvollen Kommentar. Das Buch ist sehr empfehlenswert und praktisch ein Muss für jeden, der sich für die Korneotherapie interessiert.

  1. Pingback: Hautpflege für Bartträger - Tipps und Lösungen | LSLB Magazin

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